KI verändert Google: So bleibt deine Webseite sichtbar

Chancen, Risiken & neue Regeln für den Einsatz von KI ab August 2026

KI verändert die Art, wie wir im Internet gefunden werden – und wirft viele neue Fragen auf. In diesem Artikel beantworte ich die Themen, die mir derzeit am häufigsten begegnen: Warum deine Webseite möglicherweise weniger sichtbar geworden ist, wie verlässlich KI wirklich berät, ob sie deine Texte schreiben sollte und was die neue Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte ab August 2026 bedeutet.

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  1. Warum du vielleicht weniger sichtbar geworden bist (und was du tun kannst)
  2. Kann KI dich beraten? In allem?
  3. Kann KI deine Texte schreiben?
  4. Neue Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte ab August 2026 – bist du betroffen?

1. Warum du vielleicht weniger sichtbar geworden bist (und was du tun kannst)

Falls deine Besucherzahlen seit ein paar Wochen bergab gehen – das liegt vermutlich nicht an dir, sondern vor allem an zwei Faktoren:

 

Das Problem Google Algorithmus

Google hat mal wieder am Algorithmus geschraubt und Webseiten, die irgendwas mit Gesundheit oder Therapie zu tun haben, hat es besonders erwischt. Aus Google-Sicht gehört Gesundheit zu den Themen, bei denen bestimmte Informationen Schaden anrichten können. Daher überprüft Google mit jedem Update noch genauer, welche Informationen von wem verbreitet werden.

 

Das Problem Ai Overview

Die Googlesuche hat sich verändert. Je nach Suchanfrage und nach individueller Einstellung erscheint in vielen Fällen zuerst eine KI-Antwort (AI Overview), die auch zunehmend genutzt wird.

 

Anstatt also wie früher selbst die Webseitenergebnisse durchzuscrollen, begnügt man sich mit dem Lesen der KI-generierten Antwort und wenn darin Empfehlungen zu bestimmten Anbietern auftauchen, nimmt man erstmal diese. Und dann spielen die eigentlich gut gerankten Webseiten, die weiter unten in den echten Suchergebnissen erscheinen, keine Rolle mehr.

 

Viele Suchende kommen über diesen KI Abschnitt gar nicht mehr hinaus! Sie stellen in der Suchmaske eine Frage (oder Suchanfrage),  Google antwortet mit einem KI-generierten Text und schlägt dabei auch gleich 3-4 Anbieter vor und auf diese wird geklickt. Fertig.

 

Und sogar, wenn man diesen KI-Abschnitt ignoriert – wer weiter scrollt, sieht oft noch immer keine Webseiten-Ergebnisse, sondern zuerst die Google-Profile (Google Maps Standorte) und danach die Google Anzeigen. Bis echte „organische“ Suchergebnisse erscheinen, muss man also manchmal ziemlich viel scrollen. Das gilt vor allem für die Mobilversion, wo man den Eindruck hat, dass es ewig dauert, bis man zu den „normalen“ Webseitenergebnissen kommt.

Was du selbst tun kannst

Das Ziel ist weiterhin, gut gelistet zu werden und zudem versuchen nun natürlich alle, dass die eigene Seite von Google in der AI-Antwort vorgeschlagen wird. Das Stichwort dafür lautet „E-E-A-T“ und steht für Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness. Also Erfahrung, Fachwissen, Autorität, Vertrauenswürdigkeit.

 

Es gibt dafür keinen Trick. Google bewertet Vertrauenswürdigkeit über viele kleine Signale, die zusammen ein Bild ergeben – und dieses Bild kannst du deutlich schärfer machen. Hier ein paar Tipps:

 

Zeige, wer schreibt. Auf manchen Praxis-Websites stehen Texte einfach so da – kein Name, kein Gesicht, keine Qualifikation. Setze unter deine Texte zum Beispiel einen kurzen Autorenhinweis mit Name, Qualifikation und Link zur „Über mich"-Seite.

 

Die „Über mich"-Seite gewinnt an Bedeutung. Für Google ist diese Seite inzwischen wichtig. Ausbildung, Jahreszahlen, Fortbildungen, Mitgliedschaften, Zertifikate. Immer als Text, nicht als Bild oder PDF: Was Google nicht lesen kann, existiert für Google nicht. Und achte darauf, dass Name, Adresse und Berufsbezeichnung überall identisch sind – in Webseite, Google-Profil und in den Verzeichnissen.

 

Verlinke deine Nachweise. Ein Verbandslogo als Bild im Footer ist nett, aber allein wirkungslos – eine Grafik sagt Google nichts. Was nun auch zählt, sind die Verbindungen, also zum Verbandsverzeichnis, zur Therapeutensuche, zum Fachportal. Verlinke dich so gut du kannst und wenn du es schon bist: prüfe unbedingt, ob deine Einträge/Links noch stimmen. Drei bis fünf relevante reichen! Alles darüber wirkt eher unseriös.

 

Erfahrungen aus deiner Praxis. Das ist genau der Punkt, den keine KI für dich erledigen kann. Was du in den letzten Jahren erlebt hast, was Patientinnen dich immer wieder fragen, woran Behandlungen scheitern: Das steht in keinem Ratgebertext im Netz. Aber genau solche Inhalte sucht Google.

 

FAQs sind immer wichtiger geworden. Ergänze deine Text mit sinnvollen Frage-Antwort-Blöcken. Diese werden besonders von KI geschätzt und manchmal im AI Overview zitiert.

 

Sammle weiterhin Google Rezensionen. Auch diese werden von KIs gesehen und für den Aspekt Vertrauenswürdigkeit herangezogen! Sie spielen auch für die Erwähnung in den AI Overviews eine große Rolle!

 

SEO ist weiterhin sehr wichtig! Und es bleibt auch die Basis von allem. GEO (Optimierung für KI) kommt in Form der oben genannten Punkte einfach noch hinzu.


2. Kann KI dich beraten? In allem?

Ich nutze selbst KI.

Claude, ChatGPT, Gemini, Lovable...

Fast jeden Tag. Vor allem, um Texte schneller SEO- und GEO-tauglich zu machen, um Fotos zu optimieren und um deren Auflösung zu erhöhen. Das funktioniert meist gut und spart mir Zeit.

 

Auch meine Kund:innen tun das und so bekomme ich immer öfter Mail wie diese:
„Ich hab die KI zum Thema XY gefragt, und sie hat mir den Text anbei erstellt…”

Und dann bekomme ich einen Text, der zwar klug, fundiert und seriös klingt. Wie von einem Profi mit zwanzig Jahren Berufserfahrung. Und er ist leider Mist – zumindest manchmal oder in Teilen. Wenn es um rechtliche Texte geht (Impressum, AGB, Datenschutzerklärung), ist es am schlimmsten. Diese waren (bisher) immer falsch oder fehlerhaft!

 

Das Problem ist, dass KI einfach nur Wortbestandteile aufgrund von statistischer Wahrscheinlichkeit aneinanderreiht. Sie schöpft nicht aus einem Fundus von Fakten und weiß auch nicht wirklich, worum es geht. Sie kennt weder deine Webseite, noch deine Verträge und auch deine Branche kennt sie nicht. Sie weiß nicht genau, wie deine Seite technisch gebaut ist, wo deine Daten liegen, was du letztes Jahr mit wem vereinbart hast.

Und trotzdem antwortet sie! Und zwar immer sehr ausführlich und in diesem freundlich-souveränen Ton, der den Eindruck von hoher Kompetenz vermittelt. 

  

Leider gibt sie es auch nicht zu, wenn sie zu wenig Informationen hat, wenn sie etwas einfach nicht weiß, wenn sie gerade ins Raten kommt.

 

Sie wird dir nicht sagen, dass sie keine gute Antwort liefern kann, denn so ist sie nicht programmiert. KI ist darauf trainiert, dir eine gut klingende Antwort zu geben. Immer. Irgendeine.

 

Und wenn sie nicht mit 100%-iger Sicherheit eine geben kann, lügt sie oder erfindet halt eine. Der Fachbegriff hierfür lautet: halluzinieren.

Texte mit KI erstellen

(Im Bild: Claude – KI-Experte, dem man nicht ansieht, dass er manchmal halluziniert)


Übrigens: Wer noch nicht so richtig verstanden hat, wie diese LLMs funktionieren, warum viele Experten „KI“ (Künstliche Intelligenz) als Begriff meiden und stattdessen lieber die korrekte Bezeichnung „LLM“ (Large Language Model = großes Sprachmodell) verwenden, dem sei dieses Video empfohlen:
Woher weiß ChatGPT das alles? So erstellt die KI ihre Antworten

12 Minuten, die sehr erhellen!

 

Mein Rat:

Wenn es um deine rechtliche oder geschäftliche Ausrichtung geht – Datenschutz, Impressum, Verträge, Abmahnrisiken, Marketingstrategie –, dann frage echte Menschen. Menschen, die kritisch nachfragen, bevor sie antworten. Und die für ihre Antwort auch geradestehen.

 

Das darf auch gerne jemand anderes sein als ich, falls dir meine Meinung und meine Expertise nicht reichen. Solange ich nicht gegen eine halluzinierende KI argumentieren muss, ist mir alles recht 😉


3. Kann KI deine Texte schreiben?

Texte mithilfe von KI verfassen und strukturieren, Inhalte für Google und für die KI-Suche optimieren, sie also für SEO und GEO anpassen, kann eine echte Erleichterung sein.

 

Aber: Prüfe anschließend jedes Wort!
Denn KI macht Fehler. Sie erfindet Zahlen, behauptet Dinge und baut Sätze, die toll klingen, aber inhaltlich teilweise kompletter Nonsens sind. Und sie tut das, ohne mit der Wimper zu zucken – siehe Punkt 2.

Und wenn so ein falscher Text online geht, haftest du dafür – nicht die KI, nicht OpenAI und auch nicht Anthropic.

 

Daher lasse ich keine rechtlich relevanten Texte wie die Datenschutzerklärung oder das Impressum von einer KI erstellen. Wirklich nie! Denn ich habe zum einen nicht genug juristische Expertise, um den Text, den Claude mir so selbstsicher ausgibt, beurteilen zu können. Und ich behaupte mal: Du hast nicht genug technisches Verständnis von deiner Webseite, um beurteilen zu können, ob Claude bei deiner Datenschutzerklärung an alles gedacht hat. Ich habe da inzwischen schon die wildesten Sachen gesehen!

 

Hier verlasse ich mich nach wie vor auf die Infos von Anwälten (zum Beispiel die Webinare und Artikel von eRecht24), die auch juristisch korrekte Texte zur Verfügung stellen.

 

Als Webdesignerin kenne ich zudem den Aufbau und die dahinterliegende Technik deiner Webseite und weiß daher ziemlich genau, welche Dinge in deiner Seite für den Datenschutz relevant sind und welche nicht. Dadurch kann ich die Generatoren von erecht24 sinnvoll nutzen.

 

Das sind alles Dinge, die die KI nicht kann. Sie kann deine Seite eben nicht vollständig analysieren, behauptet aber leider, sie könne es. Siehe auch hier wieder Punkt 2: KI soll stets Machbarkeit suggerieren und generiert Inhalte aufgrund von Wahrscheinlichkeiten und nicht aufgrund von Tatsachen.

 

Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht: Wenn du den generierten Text inhaltlich prüfst und die Verantwortung dafür übernimmst, musst du ihn nicht als KI-generiert kennzeichnen.
Auch nach August 2026 nicht (siehe Punkt 4). 

Wichtig ist nur, dass es eine echte Prüfung ist. Einmal drüberscrollen und auf „Veröffentlichen” klicken reicht nicht.

 

Wer das ganze gerne von offizieller Stelle hören bzw. lesen möchte: siehe die entsprechende Seite der Europäischen Kommission. Dort geht es auch um Inhalte wie Bilder, Videos und Audios. 

Und genau damit geht es nun auch hier weiter...


4. Neue Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte ab August 2026 – bist du betroffen?

Hier kommen gleich zwei Themen zusammen:

 

a. Das Urheberrecht

Nichts Neues, aber der ewige Klassiker. Wo kommt das Bild her? Hast du die Rechte? Darfst du es kommerziell nutzen? Sind Personen darauf, die zugestimmt haben?

 

Das gilt für KI-Bilder genauso wie für Stockfotos und für das nette Foto, das dir die Nichte geschickt hat. Merke dir einfach: Kein Bild geht online, ohne dass du ganz genau sagen kannst, woher es kommt und warum du es auf deinen Werbemitteln verwenden darfst.

 

b. Kennzeichnungspflicht für KI-Bilder

Ab dem 2. August 2026 gilt Artikel 50 des EU AI Act und gleich eine Entwarnung vorweg, weil ja immer alles sehr aufgebauscht wird: Du musst nicht jedes KI-Bild kennzeichnen.

 

Diese Pflicht betrifft nur eine bestimmte Sorte von Inhalten: Es geht um Deepfakes.

Exkurs: Was ist ein Deepfake?

Dieser Begriff ging in letzter Zeit häufig durch die Presse – zu Recht! Es ist ein wichtiges Thema und ich finde, dass die neue EU-Verordnung auch einen ersten wichtigen Schritt macht, um virtuellen Missbrauch und das Verbreiten von Fehlinformationen einzugrenzen.

 

Gemeint sind also KI-erzeugte oder KI-veränderte Bilder, Videos und Tonaufnahmen, die echten Personen, Orten, Gegenständen oder Ereignissen ähneln und die auf den ersten Blick wie eine echte Aufnahme wirken.

 

Die Faustregel lautet also: Könnte jemand das für ein echtes Foto oder eine echte Aufnahme halten?

 

Beispiele für Deepfakes:

  • ein KI-generiertes „Kundenfoto” oder Testimonial mit einem Menschen, den es nicht gibt
  • ein Foto von deinen Räumen, deinem Team oder deiner Arbeit, das so nie aufgenommen wurde
  • eine KI-Stimme im Erklärvideo oder Podcast
  • ein echtes Foto, das mit KI so verändert wurde, dass etwas anderes darauf zu sehen ist

Und diese Beispiele gelten in der Regel nicht als Deepfake:

  • Illustrationen, Zeichnungen, Comics
  • abstrakte Grafiken, Muster, Hintergründe
  • Icons und Logos
  • alles, was erkennbar künstlich aussieht und niemand für ein Foto halten würde
  • Retusche von Gesichtern oder Umgebung – also etwas bessere Qualität, etwas besser ausgeleuchtet, der Hintergrund etwas grüner oder breiter. So was konnte man auch vorher schon mit Photoshop machen und gilt (nach Einschätzung von eRecht24) nicht als Deepfake.

Kurz: Die gemalte KI-Katze ist unproblematisch. Dein Gesicht mit etwas weniger Fältchen auch. Aber das fotorealistische KI-Foto einer Frau, die begeistert deine Praxis verlässt, wäre ein Deepfake! Genau wie der Pudel auf meinem Schreibtisch mit Sonnenbrille 😎


Und was ist mit manipulierten Fotos, die du bereits in deinen Werbemitteln eingesetzt hast?

Ob die Pflicht der Kennzeichnung auch rückwirkend gilt, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht ganz klar. Die Kanzleien sind sich da schlicht ergreifend noch nicht einig. Die einen sagen: Was vor August 2026 online ging, bleibt außen vor. Die anderen sagen: Wenn es weiterhin öffentlich zu sehen ist, muss es gekennzeichnet werden.

Auf der sicheren Seite bist du, wenn du es kennzeichnest. Wenn du also vermutest, dein mit ChatGPT oder anderer KI erstelltes oder manipuliertes Foto könnte als Deepfake interpretiert werden, kennzeichne es einfach. Sicher ist sicher.

 

Wie kennzeichnen?
Ein schlichter Hinweis direkt beim Bild reicht völlig. Ein Kreis mit einem “AI” oder “KI” oder „Mit KI erstellt”. Wichtig ist nur, dass man den Hinweis sieht, ohne zu suchen – also nicht im Impressum und nicht ganz unten in der Fußzeile, sondern direkt im oder am Bild. Es gibt übrigens Online-Tools, mit denen man seine Bilder sehr leicht mit einem AI-Label versehen kann, zum Beispiel dieses: https://euaiicon.com/

 

Manche KI-Tools versehen die generierten Bilder selbst mit einem Label oder Wasserzeichen. Dann wäre der Hinweis auf KI also im Bild bereits sichtbar enthalten und du musst ihn nicht noch mal hinzufügen.

 

Übrigens: Facebook, Instagram, TikTok und YouTube verlangen die Kennzeichnung realistisch wirkender KI-Inhalte schon länger. Da gibt’s beim Hochladen einen Schalter, den du dafür umlegst. 

 

Einsatz von KI in Stockbildern: Hier musst du aufpassen. Nicht alle Stockanbieter erlauben die KI-Manipulation ihrer Bilder. Da ist es gut, die Lizenz- und Nutzungsbedingungen des jeweiligen Anbieters gelesen zu haben. iStockphoto erlaubt es zum Beispiel nicht! 

 

Mein Rat:

Hast du Bilder und Videos auf deiner Webseite oder in deinen Social-Media-Kanälen, die KI-generiert sind und könnte jemand diese für echte Aufnahmen halten? Wenn ja, überlege, wie du damit umgehst: nachträglich kennzeichnen oder austauschen.


Fazit

Die Zeiten sind nicht einfach. Vieles ändert sich gerade rasant – durch und mit KI.

 

Eine gut gemachte Webseite reicht heute nicht mehr aus. Man muss noch mehr wissen, noch mehr beachten und auch von außen noch mehr dazu tun, um sichtbar zu bleiben oder zu werden.

 

Und wir alle müssen lernen, mit KI sinnvoll umzugehen.
Also erkennen, was sie leisten kann und was nicht. 

 

Falls du deinen Webauftritt überprüfen oder an die neuen Herausforderungen anpassen möchtest und meine Unterstützung dafür benötigst, frag gerne nach.

 

Und ansonsten einen schönen Sommer mit Temperaturen, bei denen du dich wohl fühlst. ☀️

Deine – weiterhin pudellose – Uschi